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Als musikalischer Leiter des Gospelkirchentags ist der Däne Hans-Christian Jochimsen eine prägende Figur der Gospelmusik in Deutschland in den letzten Jahren geworden. Der 40jährige Konzertpianist spricht im Interview über die Gospelmusik in Deutschland, seine persönliche Inspiration und das Erfolgsrezept seiner einzigartigen Pädagogik.
Du bist ein wesentlicher Teil der Gospelkirchentage 2008 und 2010 gewesen. Was erwartest du vom Gospelkirchentag 2012 in Dortmund? Ich erwarte viele tausend hoch motivierte Sängerinnen und Sänger, die mehr über Gospelmusik wissen möchten. Bei den letzten Gospelkirchentagen war es eine besondere Erfahrung für alle Beteiligten und ich denke, auch in 2012 wird es ein großartiges Erlebnis für alle.
Du bist studierter Konzertpianist. Wie bist du zur Gospelmusik gekommen? Ich liebe klassische Musik und ich habe es schon immer geliebt, sie zu spielen. Mit siebzehn Jahren durfte ich dann zum ersten Mal einen Jugendgospelchor leiten und ein paar Jahre später habe ich mich entschieden, einen Gospelchor ins Leben zu rufen. Und ich wusste absolut nichts über Gospelmusik. Wenn ich heute Gospelmusik mache, kann ich die Menschen auf eine andere Art als bei der klassischen Musik berühren. Gospelmusik spricht alles – die Seele, den Geist und den Körper – an.
Du sagst von dir selber, du bist Musiker und Prediger – woher bekommst du deine Inspiration für deine Lieder? Als Songwriter gibt es zwei Künstler, die ich sehr stark bewundere: Kirk Franklin und Israel Houghton. Beide sind sehr ehrlich in Ihrer Musik und ich möchte dieses auch sein. Ich kann nur Songs schreiben, die sehr persönlich sind. Ich habe versucht, Lieder über unwichtigere Themen zu schreiben – sie sind mir nie gelungen. Insofern schreibe ich nur Lieder mit Texten, die ich in meinem eigenen Leben erfahren habe.
Du leitest einen sehr erfolgreichen “After Work Gospel Choir” in Kopenhagen mit insgesamt über 1000 Sängerinnen und Sängern. Was denkst du ist das Geheimnis dieses Erfolgs? Mein Ziel ist es in diesem Chor einen Ort zu schaffen, an dem sich jede und jeder wohlfühlt. Es ist egal, ob du singen oder tanzen kannst – wir machen es einfach. Ich versuche dort eine Atmosphäre der Freiheit zu schaffen und die Sängerinnen und Sänger so zu ermutigen, einen Schritt zu wagen zu etwas Neuem, was sie nicht kennen.
Was magst du an Deutschland? Was ist das besondere an den Gospelsängerinnen und –sängern hierzulande? (lacht) In Deutschland gibt es sehr günstig Coca-Cola, deshalb wollte ich schon immer nach Deutschland ziehen. Im Ernst … wenn ich in Deutschland bin und Gospelworkshop gebe, mache ich die Erfahrung, dass die alle Sänger sehr leicht neue Dinge lernen können und wollen. Zunächstscheinen meine Ideen ja manchmal komisch zu sein, aber die Deutschen sind sehr lernbereit, beim Singen auch einmal neue Wege zu gehen.
Dein Wunsch für die Gospelmusik ist… Ich wünsche mir, dass die Gospelmusik in die “normale” Kirche einbezogen wird, dass es neue Kirchen und Gemeinden geben wird, die nur Gospelmusik machen. Ich denke, dass viele Kirchen heute eine Gelegenheit auslassen, da Gospelmusik Menschen erreichen kann, die sonst niemals zur Kirche gehen würden.
Vielen Dank für das Gespräch.
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